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Hund: Hodenentzündung, Nebenhodenentzündung und Samenstrangentzündung

Allgemeines

Weitere Bezeichnung: Orchitis, Epididymitis und Funikulitis

In den Hoden (Testis, Orchis) findet die Bildung der Spermien und des männlichen Geschlechtshormons Testosteron statt. Den Hoden auf liegen die so genannte Nebenhoden (Epididymis). In diesen findet die endgültige Reifung der Spermien statt, zusätzlich werden die Spermien dort bis zum Samenerguss (Ejakulation) gelagert. Dazu gelangen sie über den Samenleiter (Vas deferens) in die Harnröhre. Der Samenleiter bildet gemeinsam mit Arterien und Venen den Samenstrang.

Da diese Organe sehr nah beieinander liegen, sind bei Entzündungen des Hodens (Orchitis) meist auch Nebenhoden (Epididymitis) und Samenstrang (Funikulitis) betroffen.

Ursachen

Hodenentzündungen entstehen meist durch so genannte aufsteigende Infektionen. Als aufsteigende Infektionen bezeichnet man Bakterien, Viren oder auch Pilze, die aus infiziertem Urin oder der Prostata entlang des Samenstrangs bis zum Hoden hochwandern.

Neben Infektionen können auch Traumata wie Tritte, Quetschungen o.ä. zu Entzündungen der Hoden führen.

Symptome

Eine akute Entzündung ist sehr schmerzhaft, viele Hunde laufen auffällig breitbeinig und steif, um den Hoden nicht zu berühren. Die Hoden sind geschwollen und gerötet. Viele Hunde belecken den Hodensack intensiv und verursachen deshalb mit ihrer rauen Zunge zusätzlich eine Entzündung der Haut. Häufig zeigt der Hund zusätzlich Allgemeinsymptome wie Fieber und Appetitlosigkeit.

Bei chronischen Entzündungen wird der Hund meist wegen Unfruchtbarkeit beim Tierarzt vorgestellt. Die Hoden sind dann durch eine vorausgegangene Infektion geschädigt, meist ungleichmäßig groß und knotig verändert. Die Hoden sind bei chronischen Entzündungsprozessen nicht (mehr) schmerzhaft.

Grundsätzlich können diese Symptome ein- oder auch beidseitig auftreten.

Diagnose

Die Diagnose Hodenentzündung kann durch eine gründliche klinische Untersuchung gestellt werden. Mit Hilfe von Ultraschall und einer rektalen Untersuchung können Hoden- und Prostatatumoren ausgeschlossen werden. Bei Verdacht auf Unfruchtbarkeit kann eine Untersuchung des Ejakulats sinnvoll sein.

Beim Vorliegen einer akuten Entzündung muss mit weiterführenden Untersuchungen die Grunderkrankung ermittelt werden.

Behandlung

Bei einer akuten Entzündung von Hoden, Nebenhoden und Samenstrang erfolgt die Behandlung mit Antibiotika, die systemisch verabreicht werden müssen. Zusätzlich können Schmerzmittel und Entzündungshemmer notwendig sein. Nach Abklingen der akuten Symptome sollte der Hund kastriert werden, da eine bleibende Unfruchtbarkeit meist nicht zu verhindern ist und wiederholte Entzündungen häufig sind. Bei nur einseitiger Entzündung und dringendem Zuchtwunsch kann gegebenenfalls auch eine einseitige Kastration durchgeführt werden.

Auch bei chronischen Entzündungen sollte der Hund kastriert werden.

Prognose

Die Prognose hinsichtlich der Fruchtbarkeit des Rüden ist nach einer Hodenentzündung eher ungünstig. Nur bei sehr leichten, gut auf das Antibiotikum ansprechenden Entzündungen bleibt die Fruchtbarkeit erhalten und es kann auf eine Kastration verzichtet werden.

Stand: 15.01.2013, © Copyright by www.enpevet.de
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